Domspatzen gehen auf Herbstkonzertreise

8 Tage, 7 Städte

Mit 41 Sängern ging es heute für acht Tage in sieben deutsche Städte. Das Konzert am Sonntag im Altenberger Dom wird von Domradio.de Köln live im Internet übertragen. Am freien Tag sind die Domspatzen Gäste der Internationalen Deutschen Schule in Brüssel.   

41 Domspatzen sind heute mit Betreuerstab und Domkapellmeister zur traditionellen Herbstkonzertreise aufgebrochen. Acht Tage lang tourt der weltberühmte Knabenchor in sieben deutsche Städte. Konzerte in Wuppertal, Hannover, Berlin und Leipzig stehen beispielsweise auf dem Plan. „Erschaffen“, so lautet das A-Cappella-Programm, welches der Chor in den Kirchen und Konzertsälen präsentiert. Domkapellmeister Christian Heiß hat Kompositionen quer durch alle Epochen ausgesucht, von Palestrina, Schütz, Bruckner, Rheinberger bis Planyavsky. Im Bewusstsein, dass viele Komponisten durch ihre geniale Kreativität musikalische Kunstwerke geschaffen haben, lässt sie der renommierte Knabenchor erklingen.

„Es freut mich, dass wir auch wieder in Berlin, unserer Bundeshauptstadt zu Gast sein und Konzerte für die Menschen singen dürfen“, sagt Heiß. Den Auftakt der Tournee bildet das Konzert in der Kirche des Kollegs der Schulbrüder in Illertissen. Von da geht es nach Bad Honnef und dann in den Altenberger Dom. Das Konzert dort, am Sonntag, 24. Oktober um 14.30 Uhr, wird von Domradio.de per Livestream übertragen. Es ist auch auf der Website der Regensburger Domspatzen zu sehen.

Begegnung mit der neuen Kooperationsschule

Am freien Tag sind die Domspatzen in die Internationale Deutsche Schule in Brüssel eingeladen. Dort findet eine Begegnung unter Schülern und ein gemeinsames Singen statt. Bei einer gemeinsamen Stadtrundfahrt werden die Sänger einen Eindruck von der Hauptstadt Europas bekommen. Das Gymnasium der Domspatzen hat in diesem Jahr eine Bildungskooperation mit der Deutschen Schule in Brüssel begonnen.

Jubiläumskonzert in Hannover

Von Brüssel geht’s wieder zurück über die Grenze nach Wuppertal. Dort singt der Chor in der Historischen Stadthalle. Am nächsten Tag gibt es die Begegnung mit dem Knabenchor Hannover. Der Knabenchor präsentiert das ursprünglich für das vergangene Jahr geplante Jubiläumsprogramm zu seinem 70. Geburtstag nun in diesem Jahr und holt dafür die anderen großen Knabenchöre des Landes nach Hannover. Der junge Knabenchor hat sich dazu auch den wohl ältesten Knabenchor der Welt eingeladen: Die Regensburger Domspatzen.

Zum Schluss in Leipzig

Die letzten beiden Stationen der Reise sind Berlin und Leipzig. Das Konzert im Berliner Dom wird für die Sänger sicher ein besonders beeindruckendes Erlebnis. „Es freut mich, dass wir in Leipzig zu Gast sein dürfen, in einer Stadt, die wie keine andere für Musik und Gesang steht“, sagt Domkapellmeister Heiß. Durch den guten Kontakt zu Propsteikantor Stephan Rommelspacher, ein ehemaliger Regensburger Domspatz, habe sich diese Möglichkeit ergeben, in Leipzig den Schlusspunkt der Herbstkonzertreise zu setzen.

Vorfreude und Vorsicht

Seit vielen Jahrzehnten gehen die Regensburger Domspatzen im Oktober auf Herbstkonzertreise. Im vergangenen Jahr musste diese Reise dann wegen der Corona-Beschränkungen auf ein Wochenende reduziert werden. Die Domspatzen haben für diese acht Tage eigens ein Test- und Hygienekonzept ausgearbeitet. Dazu gehört neben den mittlerweile gewohnten Abständen und dem Maskentragen ein tägliches Testen der wenigen ungeimpften Sänger. Der Chor ist immer gemeinschaftlich in Jugendherbergen oder Hotels untergebracht. Die Vorsicht fährt mit, aber auch die Vorfreude.

Die Regensburger Domspatzen

Die weltbekannten Regensburger Domspatzen sind der wahrscheinlich älteste Knabenchor überhaupt. Vor über 1000 Jahren, im Jahr 975, gründete Bischof Wolfgang eine eigene Domschule, die neben dem allgemeinbildenden Unterricht besonderen Wert auf die musikalische Ausbildung legte. Die erste Aufgabe der Domspatzen ist die musikalische Gestaltung der Liturgie im Regensburger Dom. Zum Campus der Domspatzen gehören heute neben dem Chor- und Stimmbildungsbereich auch eine Grundschule, ein Gymnasium und ein Internat. Ganztagsbetreuung ist seit Jahrzehnten selbstverständlich. Zur Schulausbildung gehört auch der kostenlose Unterricht in mindestens einem Instrument. Weitere Infos aus der Welt der Domspatzen.

Fotos: Regensburger Domspatzen