Ein Mann des Vertrauens, der die Domspatzen im Herzen hatte

Die Regensburger Domspatzen trauern um Werner Wollenweber, der am vergangenen Samstag, 19. September 2026, im Alter von 102 Jahren verstorben ist.

Werner Wollenweber kam am 11. April 1924 in München zur Welt. 1956 kam er als Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte an das damalige Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen. 1970 wurde ihm dann bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1988 die Leitung der Schule übertragen. Anlässlich seines 100. Geburtstags hatten ihn die Domspatzen mit seiner Familie zu einem Kurzkonzert mit Feierstunde ins Haus geladen. Mit großer Freude nahm er die Einladung an.

Gymnasium, Chor und Internat bleiben ihm dankbar verbunden und werden seiner stets gedenken. Der Gesang der Domspatzen wird ihn in den Himmel begleiten.

Werner Wollenweber legte 1942 sein Abitur ab und wurde anschließend als Funker zur Wehrmacht eingezogen. Nach Gefangennahme in Holland 1945 kam er für acht Wochen in kanadische Kriegsgefangenschaft, wurde aber bald nach Hause entlassen. 1946 nahm er das Studium der Altphilologie und Geschichte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München auf. Nach erfolgreichem Abschluss und Referendariat erhielt er die erste Anstellung in Pasing. 1955 wurde er dann nach Regensburg versetzt. 1956 kam er als Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte an das damalige Musikgymnasium, das er von 1970 bis 1988 dann auch leitete. Nach seiner Pensionierung war Wollenweber von 1988 bis 2000 Vorsitzender des Vereins „Freunde des Regensburger Domchors“ e.V. und damals noch damit einhergehend auch Vorsitzender des „Stiftungskuratoriums“ (heute: Stiftungsrat) der „Stiftung Regensburger Domspatzen“. Im Jahr 2000 wurde er zum Ehrenmitglied im Domchorverein ernannt. 1994 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und 1998 der päpstliche Silvesterorden verliehen. Bis weit über sein 80. Lebensjahr hinaus war er als Organist in evangelischen Gottesdiensten tätig.