36 Domspatzen gehören zum Abiturjahrgang 2026. Sie erzielen mit 1,7 einen der besten Notendurchschnitte in der Geschichte des Gymnasiums
Mit einer heiligen Messe in der nahegelegenen Pfarrkirche St. Cäcilia und in einer festlichen Feierstunde im Wolfgang-Saal sind 36 Abiturienten der Domspatzen nun verabschiedet worden. „Ihr seid kluge und wunderbare Menschen mit Haltung und Stimme. Bitte hört nie auf, euch zuständig zu fühlen und laut zu sein, denn in und durch euch kann Gutes in der Welt wirken und entstehen“, sagte Schulleiterin Christine Lohse. Gerade wenn man das Privileg habe, in einer freien Gesellschaft zu leben, dürfe man sich nicht wegducken und sich in die Behaglichkeit zurückziehen, wenn es um die Verteidigung unserer Werte und unserer Demokratie geht. Mit einem Notenschnitt von 1,7 hat der Jahrgang ein phänomenales Gesamtergebnis erzielt. Fünf Schüler erreichten die Traumnote 1,0.
Die Jahrgangsbesten mit Schulleiterin Christine Lohse (v.l.n.r.): Gerald Trautsch, Andreas Haberl, Johannes Wagner, Jakob Stegerer und Justus Bergmann.
Faszination Chorgesang
Domkapellmeister Christian Heiß schloss sich den Wünschen an. Er ermunterte die jungen Damen und Männer, ihr Leben in die Hand zu nehmen und die Domspatzen-Zeit im Herzen zu bewahren: „Das Miteinander Singen zeigt, dass eine gemeinsame musikalische Idee faszinieren und Menschen neuen Mut schenken kann.“ Er richtete diesen Appell an die jungen Abiturienten und Abiturienten: „Bewahrt euch das Gespür für das Schöne, singt fleißig weiter, wo und mit wem auch immer und nehmt die Domspatzenzeit als einen besonderen Teil eures Lebensschatzes mit euch!“ Für den Elternbeirat gratulierte Adda Trautsch und wünschte den Absolventinnen und Absolventen für die Zukunft alles Gute, damit jeder seinen weiteren Weg in der Welt finden möge. Bei den Domspatzen haben die jungen Damen und Herren das nötige Handwerkszeug für ein gelingendes, eigenverantwortliches Leben erworben.
Der „Musaikstein“ – Auszeichnung des Domspatzenvereins
Der „Musaikstein“ ist der Preis des Vereins „Freunde der Regensburger Domspatzen“. Er zeichnet Schüler aus, die sich in besonderer Weise um die Chorgemeinschaft der Regensburger Domspatzen verdient gemacht haben. Antonius Hartl und Darja Hacker bekamen diese Preise zugesprochen. „Beide seid ihr über all die Jahre zu einem unverzichtbaren Musaikstein in der über 1000-jährigen Geschichte dieses Chores geworden“, sagte der Domkapellmeister in seiner Würdigung. Neben 100 Euro gab es dazu für jeden jeweils einen kleinen Originalstein, aus dem die Regensburger Kathedrale St. Peter besteht.
Den vom Freunde der Regensburger Domspatzen e.V. vergebenen „Musaikstein“ erhielten Darja Hacker und Antonius Hartl aus der Hand von Domkapellmeister Christian Heiß (rechts).
Ausgezeichnete Schülerinnen und Schüler
Fünf Schüler erreichten die Traumnote 1,0: Justus Bergmann, Andreas Haberl, Jakob Stegerer, Gerald Trautsch und Johannes Wagner. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft verlieh Buchpreise und eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft an Andreas Haberl und Gerald Trautsch. Letzterer erhielt auch den Preis der Deutschen Mathematischen Vereinigung. Den Preis des Vereins der Deutschen Sprache bekamen Andreas Haberl und Alexander Danhauser. Für seine hervorragende Seminararbeit wurde Valentin Raab der REWAG-Preis überreicht. Jakob Stegerer bekam für seine sehr gute Abiturleistung im Fach Wirtschaft den Abiturpreis 2026 des Vereins für Sozialpolitik. An insgesamt 23 Abiturientinnen und Abiturienten gingen Stipendien von e-fellows.net. Dieses Stipendium umfasst einen kostenfreien Internetzugang, Gratis-Recherche in über 3000 Datenbanken, kostenlose Jahresabos besonderer Zeitschriften, Mentoren aus der Wirtschaft und exklusive Praktika. In der Feierstunde wurden auch die Bundessieger im Wettbewerb Künstliche Intelligenz geehrt. Benedikt Dolderer, Andreas Haberl, Sophia Hemmert, Valentin Raab, Alexander Röhrl und Lukas Zapf programmierten und trainierten die KI dahingehend, dass sie Gesänge im Gregorianik-Stil komponieren kann.
Gleich sechs Kandidaten erhielten den „Spatzenpreis“ der Stiftung Regensburger Domspatzen mit der obligatorischen Spatzentorte.
Kai-Uwe-von-Hassel-Preis
Der mit 1000 Euro dotierte „Kai-Uwe-von-Hassel-Preis“, eine Auszeichnung, die es nur im Domspatzengymnasium gibt, ging an Andreas Haberl. Dieser Preis der Kai-Uwe-von Hassel-Stiftung wird Schülern zugedacht, die sich durch ein besonders hohes Engagement für die Schul- und Chorgemeinschaft auszeichneten. Jan von Hassel, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Stiftung, betonte: „Es ist das herausragend breite überschulische Bildungsangebot der Domspatzen und ihrer hoch engagierten Pädagogen, welches solche Spitzenleistungen erst möglich macht.“ In diesem Jahr vergab die Stiftung zusätzlich einen ebenfalls so hoch dotierten Förderpreis an Gerald Trautsch.
Der Spatzenpreis
Den „Spatzenpreis“, der Preis der Stiftung Regensburger Domspatzen, wurde in diesem Jahr sechsmal vergeben, an Laurin Atzenbeck, Benedikt Dolderer, Moritz Mitterhuber, Jakob Pfeffer, Alexander Röhrl und Cosima Storm. Damit zeichnen die Domspatzen Schülerinnen und Schüler aus, die ihre vielfältigen Talente in besonderem Maße zum Wohl der gesamten Schulgemeinschaft einsetzten und durch ihr Engagement und ihre Persönlichkeit wesentlich zum Zusammenhalt der Schulfamilie beitrugen.
Andreas Haberl (2.v.l.) wurde von der Kai-Uwe-von-Hassel-Stiftung ausgezeichnet. Hier im Bild mit Schuleiterin Christine Lohse (links), Christian Hambsch, Mitglied im Vorstand in der Kai-Uwe-von-Hassel-Stiftung, und Domkapellmeister Christian Heiß (rechts).
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von den Abiturientinnen und Abiturienten selbst: Darja Hacker (Sopran), Antonius Rohr (Bass-Bariton), Andreas Haberl (Cello), Maria Engelhardt (Violine), Lara Dechant und Laurin Atzenbeck (beide Klavier). Das Kammerorchester der Domspatzen brillierte unter der Leitung von Christof Weighart mit Vivaldis Konzert für vier Geigen. Der Chor der Regensburger Domspatzen sang unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß traditionell Mendelssohns Motette „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“. Im Anschluss lud der Elternbeirat zum Sektempfang ins Atrium der Schule.
Das Domspatzen-Gymnasium bietet einen musischen und einen naturwissenschaftlich-technologischen Zweig. Eine professionell geführte Ganztagesbetreuung ist seit vielen Jahren selbstverständlich. Zum Campus der Domspatzen gehören außerdem ein Internat und eine Grundschule.


